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Am Dienstag, den 7. Juli 2026, besuchte Dr. med. Christoph Stoll unsere Gruppe. Als Fach­arzt für Neurologie und Psychiatrie leitet er die Substitutionspraxis der AWO-Ambulanz in Karlsruhe. Gemeinsam mit weiteren Kolleginnen und Kollegen betreut er dort rund 170 Patientinnen und Patienten, die mit den in Deutschland zugelassenen Substitutionsmitteln behandelt werden. Für die Vergabe von Diamorphin stehen 50 Plätze zur Verfügung.

Dr. Stoll erläuterte, dass die Behandlung im Substitutionsprogramm weit über die reine Medikamentenvergabe hinausgeht. Die Patientinnen und Patienten werden von einem multiprofessionellen Team aus medizinischem Fachpersonal, Fachärztinnen und Fachärzten sowie Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern begleitet. Dadurch können medizinische und psychiatrische Behandlung sowie psychosoziale Beratung unter einem Dach miteinander verbunden werden.
Besonders betonte Dr. Stoll, dass die Behandlung ergebnisoffen gestaltet ist. Vorrangiges Ziel sei es, den Patientinnen und Patienten durch die Substitution ein möglichst geregeltes und stabiles Leben zu ermöglichen. Während manche Menschen dauerhaft im Substitutions­programm verbleiben, können andere ihre Dosis schrittweise reduzieren und die Behandlung schließlich beenden.

Wie bei jeder Suchtbehandlung bleibt die Überwindung der Abhängigkeit ein wichtiges lang­fristiges Ziel. Zunächst stehen jedoch das Überleben und die Verbesserung der gesundheit­lichen Situation im Vordergrund. Weitere Schritte können die Überwindung von Obdach­losig­keit, die soziale Stabilisierung, die zunehmende Distanz zur Drogenszene und zur Kriminali­tät sowie die therapeutische Auseinandersetzung mit der eigenen Suchterkrankung sein.
Ein solches therapeutisches Stufenprogramm ermöglicht es auch Menschen, die nach wiederholt gescheiterten Abstinenzversuchen oder Therapien entmutigt sind, wieder Zugang zu einer Behandlung zu finden. Dabei ist es entscheidend, die Wünsche und individuellen Möglichkeiten der Patientinnen und Patienten zu respektieren. Jeder Mensch darf sich in seinem eigenen Tempo entwickeln und wird auf diesem Weg vom AWO-Team begleitet und unterstützt.

Bereits während des Vortrags und insbesondere im Anschluss daran stellten die Teilnehmer­innen und Teilnehmer zahlreiche Fragen. Dadurch entstand eine offene und lebendige Ge­sprächs­atmosphäre, in der viele Aspekte der Substitutionsbehandlung gemeinsam be­sprochen werden konnten.

Wir bedanken uns herzlich bei Dr. Stoll, dem Leiter der AWO-Ambulanz, für seinen ausführ­lichen und interessanten Einblick in die Substitutionsbehandlung und deren Möglichkeiten.

Birgit Lükewille
EL-dro-ST e.V.

Wir treffen uns jeden Dienstag um 19:30 Uhr, außer Faschingsdienstag und „zwischen den Jahren“ (Weihnachten bis Dreikönigstag). Werderstr. 57 (Hinterhaus), 76137 Karlsruhe (Südstadt). Der Abend endet in der Regel gegen 21:30 Uhr.

Ab und an veranstalten wir auch besondere Abende. Dann ist kein „üblicher“ Gruppenaus­tausch möglich. Daher empfehlen wir eine vorherige Kontaktaufnahme oder einen Blick in unseren Termin- und Veranstaltungskalender.

Auf unserer Homepage (www.eldrost.de) finden sie viele weitere interessante Beiträge.

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