Am 23. September 2026 war das Leitungsteam von EL-dro-ST e.V. bei der Eröffnung der Wanderausstellung „Gesicht zeigen“ im Ettlinger Rathaus zu Gast. Die Ausstellung wurde von Nacoa – Interessenvertretung für Kinder aus Suchtfamilien e.V. in Zusammenarbeit mit der AGJ Suchtberatung Ettlingen nach Ettlingen gebracht. Für uns als Leitungsteam war der Besuch eine wichtige Gelegenheit, uns mit einem Thema auseinanderzusetzen, das in unserer täglichen Arbeit immer wieder eine zentrale Rolle spielt: Kinder und Jugendliche, die in suchtbelasteten Familien aufwachsen.
Bereits beim Rundgang durch die Ausstellung wurde deutlich, wie vielschichtig die Lebensgeschichten der betroffenen Menschen sind. Auf 24 Roll-Up’s erzählen zehn, heute erwachsene, Menschen von ihren Erfahrungen aus einer Kindheit im Schatten elterlicher Sucht. Jede Geschichte ist anders – und doch verbindet sie die Erfahrung, mit Unsicherheit, Belastungen und oftmals auch mit dem Gefühl aufgewachsen zu sein, mit der eigenen Situation allein zu sein.
Gerade diese persönlichen Geschichten haben uns als Leitungsteam besonders berührt. Sie machen deutlich, wie wichtig es ist, betroffene Kinder frühzeitig wahrzunehmen, ihnen zuzuhören und ihnen Unterstützung anzubieten. Gleichzeitig zeigen die Lebenswege der zehn vorgestellten Menschen, dass eine belastete Kindheit nicht zwangsläufig den weiteren Lebensweg bestimmt. Aus schwierigen Erfahrungen können auch Stärke, Selbstvertrauen und beeindruckende Lebenswege entstehen.
Nacoa, der Veranstalter der Ausstellung, setzt sich bundesweit für die Interessen von Kindern aus suchtbelasteten Familien ein und gibt einer Gruppe eine Stimme, die im Umfeld einer Suchterkrankung häufig zu wenig gesehen wird. Besonders eindrücklich ist dabei, dass Max Mutzke als Schirmherr von Nacoa selbst aus einem belasteten Elternhaus stammt. Seine persönliche Geschichte macht das Anliegen der Organisation zusätzlich greifbar und zeigt, wie wichtig es ist, Kindern in suchtbelasteten Familien Perspektiven und Unterstützung zu geben.
Die Eröffnung wurde durch ein Grußwort der Ettlinger Stadträtin Christa Stauch begleitet. Ihre Teilnahme machte zugleich deutlich, dass die Auseinandersetzung mit Sucht und ihren Auswirkungen auf Familien nicht allein eine Aufgabe der Fachstellen ist, sondern die gesamte Gesellschaft betrifft.
Für uns war der Besuch deshalb mehr als ein gewöhnlicher Ausstellungstermin. Die Begegnung mit den persönlichen Geschichten hat uns erneut vor Augen geführt, warum Prävention, Beratung, Unterstützung und ein offener Umgang mit dem Thema Sucht so wichtig sind. „Gesicht zeigen“ bedeutet dabei auch, hinzusehen, wenn Kinder und Familien Unterstützung brauchen – und ihnen zu vermitteln: Ihr seid nicht allein.
Die Ausstellung ist noch bis zum 29. September 2026 im Ettlinger Rathaus zu sehen und lädt alle Interessierten dazu ein, sich mit diesem wichtigen Thema auseinanderzusetzen.
Rudolf Fitterer
EL-dro-ST e.V.
Wir die EL-dro-ST e.V. treffen uns jeden Dienstag um 19:30 Uhr, außer Faschingsdienstag und „zwischen den Jahren“ (Weihnachten bis Dreikönigstag). Werderstr. 57 (Hinterhaus), 76137 Karlsruhe (Südstadt). Der Abend endet in der Regel gegen 21:30 Uhr.
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