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Am 27. Oktober 2026 kamen beim 17. Jahrestreffen der Selbsthilfegruppen und Fördervereine im Städtischen Klinikum Karlsruhe rund 40 Vertreterinnen und Vertreter der Gruppen und Fördervereine sowie Mitarbeitende des Klinikums zusammen. Unter dem Motto „Einfluss, Auswirkungen und Veränderungen in der Selbsthilfe durch die Digitalisierung" tauschten sie sich darüber aus, wie digitale Angebote die Gesundheitsversorgung, die Informationsbeschaffung und die Rolle der Selbsthilfe verändern. 

Tanja Henkenhaf aus dem Selbsthilfebüro Karlsruhe war mit einem Beitrag vertreten und brachte Praxiserfahrungen ein. Das Selbsthilfebüro ist die Selbsthilfekontaktstelle für den Stadt- und Landkreis Karlsruhe und als Kooperationspartner des Klinikums im Rahmen des Selbsthilfefreundlichen Krankenhauses eng mit dem Haus verbunden. Es informiert und berät zu Selbsthilfethemen, vermittelt Interessierte in Gruppen, unterstützt Neugründungen, begleitet bestehende Gruppen und verzeichnet aktuell mehr als 170 Gruppen zu unterschiedlichen Themen. 

Selbsthilfe lebt vom persönlichen Austausch, vom Zuhören und vom gemeinsamen Erfahrungswissen. Gleichzeitig verändern digitale Medien, wie Menschen Informationen suchen, Kontakt aufnehmen und sich vernetzen. Aus Sicht des Selbsthilfebüros bringt diese Entwicklung Chancen und Herausforderungen mit sich. Gruppentreffen und Fortbildungen können online stattfinden und Informationen werden durch Suchmaschinen und KI-Anwendungen schneller als früher ermittelt. Zugleich stellt die wachsende Informationsmenge die Frage nach der Qualität, denn Informationen müssen verlässlich bleiben und auf aktuellem Stand sein. 

Auch beim Tag der Selbsthilfe am 16. September 2026 zeigte sich, wie wichtig persönliche Begegnung bleibt. Das Selbsthilfebüro und verschiedene Selbsthilfegruppen war mit insgesamt vier Infoständen auf dem Marktplatz in Karlsruhe vertreten, die viele Besucherinnen und Besucher anzog. Es konnten mehr als 150 Kontakte mit Interessierten verzeichnet werden. Die Erfahrung des Selbsthilfebüros lässt sich dabei in einem Satz zusammenfassen: Digitalisierung bringt Menschen schneller an Informationen, Selbsthilfe entsteht aber im Austausch. So lautete auch der Leitgedanke des Vortrags: „Reden allein hilft nicht. Miteinander schon!"

Die weiteren Beiträge des Jahrestreffens bestätigten diese Sicht. Bettina Lisbach, Erste Bürgermeisterin der Stadt Karlsruhe und Aufsichtsratsvorsitzende des Klinikums, betonte: „Selbsthilfe, die nur im Netz stattfindet, wird deshalb schnell zur Sackgasse. Es braucht auch menschliche Begegnungen und den Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen. Das hilft, Informationen aus dem Internet zu bewerten und besser einzuordnen." Elvira Schneider, Pflegedirektorin und Selbsthilfebeauftragte des Klinikums, hob hervor, dass der persönliche Austausch auch in Zeiten der Digitalisierung eine bedeutende Rolle spielt. Sarah-Maria Fischer, neue Koordinatorin der Selbsthilfegruppen und Fördervereine am Klinikum, ergänzte: „Digitale Angebote sollen persönliche Begegnungen nicht ersetzen, sondern sinnvoll ergänzen und die Zusammenarbeit stärken." Ergänzend stellte die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie ihr medienpädagogisches Konzept „Medienkompass(Plus)" vor, das Kinder und Jugendliche bei einer problematischen Nutzung digitaler Medien unterstützen soll.

Das Jahrestreffen 2026 hat gezeigt, dass die Digitalisierung die Selbsthilfe spürbar verändert: Informationen sind leichter zugänglich, Gruppen können online zusammenkommen und Fachwissen erreicht mehr Menschen. Der persönliche Austausch bleibt dabei der Kern der Selbsthilfe. Digitale Angebote sind dann sinnvoll, wenn sie diesen Austausch ergänzen und stärken. Das Selbsthilfebüro sieht seine Aufgabe darin, Betroffene und Gruppen bei diesem Wandel zu begleiten, verlässliche Informationen bereitzustellen und die Menschen dort zusammenzubringen, wo Selbsthilfe entsteht.

Tanja Henkenhaf aus dem Team Selbsthilfebüro Karlsruhe

0721 / 912 30 25 · selbsthilfe@paritaet-ka.de · www.selbsthilfe-ka.de
Sprechzeiten: Dienstag 14-18 Uhr · Mittwoch 8-12 Uhr · Donnerstag 12-16 Uhr

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